CV Kontakt

Ursula Schroer
mail: urs.schroer@web.de

1956in Heidelberg geboren
lebt und arbeitet in Karlsruhe
1979 – 1983Studium Visuelle Kommunikation, Mainz
1983 – 1995freiberufliche Dipl. Grafikdesignerin in Werbung, Buchgestaltung
1990Kunstakademie Karlsruhe
Auslandsaufenthalt in Japan


Ausstellungen und Beteiligungen (Auswahl):

2021Vorglühen, Gemeinschaftsausstellung Bbk mit Gedok, Karlsruhe
hope, amnesty international, Künstlerhausgalerie Karlsruhe
2020zerowasteart, Nominierung für Hbf Mannheim
2019trivials, Institute of Technology,Kyoto, Japan
Jubiläum, Künstlerhaus Galerie, Karlsruhe
2018Brücken, Kunstkreis Karlsdorf 1.Preis
2016divers, Basis projektraum, Frankfurt/M
2015auswärts, Künstlerbund Speyer
2014Zeitgleich 2014 Zeitzeichen, Installation, BBK Karlsruhe
Miniatur in der bild. Kunst:Dem gedruckten Buche, Rathausgalerie, Fürstenwalde Spree
Ausstellung in der Oper Halle, Kunstverein Halle
zeitraumexit, Mannheim
2013Landeskünstlermesse BW, Stuttgart
2012Jubiläumsausstellung Landgericht ,Karlsruhe
2011Galerie Kraichtal, Öwisheim
2010Künstlerhausgalerie ‚Zeichen und Wunder‘ Karlsruhe
2009‚Fläche und Raum‘ Orgelfabrik, Durlach
Dozentenaustellung ’20 Jahre Jugendkunstschule‘
2008Kunstprojekt ‚Denkmal-Schaumal‘ Schlossgarten Karlsruhe
2007BBK-Zeitgleich ‚Rückseite des Mondes‘
2006Kunst im Landgericht, Karlsruhe
2005Maskenausstellung, Museum für angewandte Kunst, Karlsruhe
2003‚Line‘ South Asia Institut, Colombo, Sri Lanka
2002Hermann Hesse , Ausstellung Calw
2000Durlacher Vernissage
1999‚Unterwegs‘ Bonn
1998Galerie Art and Light, Karlsruhe
1997Kunstpreisausstellung Sparkasse
Art Cafe , Heidelberg
1995‚von menschlichen Wesen und Unwesen‘, Orgelfabrik Durlach

Links

Texte

Muriel Meyer, B.A. Kunsthistorikerin

Die kleinen Schwarzen

Die neusten Arbeiten führen die Malerei weiter in die Dreidimensionalität. In diesen kombiniert Schroer vorgefundene Formen aus alten Plastikverpackungen zu Assemblagen. Die Objekte sind vollständig in Schwarz grundiert, wobei der Pinselstrich erkennbar bleibt. Dadurch entsteht eine ästhetische Absetzung gegenüber der gewohnten glänzenden Oberfläche industriellen Verpackungsdesigns. Thematisch greift die Künstlerin den Minimal Art Gedanken auf, sich industrieller Materialen zu bedienen, serielle Zusammensetzungen zu nutzen und eine Einheit zu schaffen, die u. a. durch die neutrale, einheitliche Farbwahl gewährleistet wird.

Ein Spiel der Gattungen lässt die kleinen Schwarzen besonders raffiniert scheinen: angebracht werden die Objekte wie Wandreliefe, die Zusammenstellung aus verschiedenen Teilen definiert die Arbeit als Assemblage, die Dreidimensionalität schließt die Skulptur als Überbezeichnung mit ein und die Verwendung vorgefundener Gegenstände aus unserer Konsumwelt führt den Gedanken des Ready-Mades weiter. In unserer Alltagskultur sind wir es gewohnt, Plastikhüllen zu übersehen, so werden sie doch wortwörtlich zum Hindurchsehen als Schutzhülle für die eigentliche Ware produziert. Nach dem Bonmot form follows function verrät bei einigen Einzelteilen die Form die ursprüngliche Funktion. Unschwer zu erkennen ist z. B. die Computermaus. Andere Formen wiederum verbergen geheimnisvoll ihren jetzt nicht mehr ersichtlichen Daseinsgrund.

Schroer schult somit nicht nur die Augen des Betrachters, schafft neue Sinnebenen durch die Verwendung alltäglichen Formenvokabulars, sondern ihre Arbeiten können genauso als Kommentar zu unserer Wegwerfgesellschaft gelesen werden. Aber, inwiefern kritisieren diese Arbeiten eigentlich? Persifliert sie nicht vielmehr die Minimal Art, indem sie leichte, handliche Objekte fürs Wohnzimmer gestaltet – wir erinnern uns an die 60er Jahre, in denen sollten die Objekte dem Betrachter buchstäblich im Weg stehen. Doch erfreuen wir uns einfach an diesem neuen Anblick unseres täglichen Konsummülls – schlicht und klassisch – die kleinen Schwarzen.

Dr Jutta Hietschold, Kunsthistorikerin:

Material und Form – und wenn Farbe hin und wieder auftaucht – sind Kompositionselement und Bedeutungsträger gleichermaßen. Das expessive Pathos zeigt eine eigene einprägsame Bildwelt.

Ulrike Lehmann, Kulturjournalistin:

Materialität und formale Reduzierungen geben dem Betrachter ein breites Spannungsfeld von Interpretationen, das über die reine Darstellung hinauszugehen vermag.